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<title>Sure 5:51</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Sure 5:51</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Der <a href="%C4%80ya" title="Āya">Koranvers</a> <b>51</b> in <a href="Al-M%C4%81%CA%BEida" title="Al-Māʾida">Sure 5</a>, genannt <bdo dir="ltr"><bdi dir="rtl" lang="ar" class="arabic spanAr" style="unicode-bidi:isolate;font-size:120%;">المائدة</bdi></bdo> / <i><span lang="ar-Latn" style="font-style:italic">al-māʾida</span></i> / ‚Der Tisch‘, wird von manchen als ein Haupthindernis für aufrichtige Beziehungen und Vertrauen zwischen <a href="Muslim" title="Muslim">Muslimen</a> auf der einen und <a href="Juden" title="Juden">Juden</a> und <a href="Christentum" title="Christentum">Christen</a> auf der anderen Seite gesehen.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nach der Einteilung von <a href="Theodor_N%C3%B6ldeke" title="Theodor Nöldeke">Theodor Nöldeke</a> fällt der Vers in die <a href="Geschichte_des_Korantextes" title="Geschichte des Korantextes">medinische</a> Phase der <a href="Koran" title="Koran">Koranoffenbarungen</a>.
</p><p>Die Auslegungen der klassischen und modernen <a href="Koranexegese" title="Koranexegese">Exegeten</a> konzentrierten sich vor allem auf den <a href="Asb%C4%81b_an-nuz%C5%ABl" title="Asbāb an-nuzūl">Offenbarungsanlass</a> für Herabsendung dieser Sure. Uneinigkeit besteht über die Frage, ob das Verbot, Juden oder Christen zu <i><a href="Wal%C4%AB" title="Walī">Auliyāʾ</a></i> (‚Freunden‘/‚Helfern‘/‚Unterstützern‘/‚Beschützern‘/‚Vertrauten‘/‚Schutzherren‘/‚Führern‘) zu nehmen, allgemein gültig ist oder auf bestimmte Situationen beschränkt ist, da es im Koran mehrere Stellen gibt, in denen Angehörige der beiden Glaubensrichtungen als <a href="Ahl_al-kit%C4%81b" title="Ahl al-kitāb">Ahl al-kitāb</a> in einem positiven Kontext erwähnt werden.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die medinischen Suren thematisieren zudem vor allem den Glauben sowie die häufigen Auseinandersetzungen in Kriegszeiten mit Gegnern und Wankelmütigen aus den eigenen Reihen.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Koran enthält zahlreiche Verse, die sich auf Christen beziehen. Diese Aussagen sind vielfältig und reichen von Anerkennung und Wertschätzung bis hin zu Kritik. Die Sichtweise variiert je nach Kontext und den spezifischen historischen Umständen, auf die sich die Verse beziehen. Hier sind einige zentrale Punkte:
</p><p><b>Anerkennung und Respekt</b>
</p><p> 1. <b>Die Christen als „Leute der Schrift“</b>
</p><p>Der Koran bezeichnet Christen (wie auch Juden) als „Leute der Schrift“ (arabisch: <i>Ahl al-Kitab</i>), da sie heilige Bücher (z. B. die Bibel) empfangen haben.
</p><p> • <b>Sura 3:64:</b> „O Leute der Schrift, kommt zu einem Wort, das gleich ist zwischen uns und euch, dass wir Allah allein dienen.“
</p><p>Dieser Vers ruft zu einem Dialog auf der Grundlage gemeinsamer Werte auf.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Der_Offenbarungsanlass">Der Offenbarungsanlass</h2></div>
<p><a href="Asb%C4%81b_an-nuz%C5%ABl" title="Asbāb an-nuzūl">Offenbarungsanlässe</a> (<i>asbāb an-nuzūl</i>, ‚Anlässe des Herabkommens‘) sind wichtige Bestandteile der <a href="Koranexegese" title="Koranexegese">Koranexegese</a>. Bei einem Teil der Aussagen im Koran wird davon ausgegangen, dass diese als Antworten oder Reaktionen auf bestimmte Ereignisse herabgesandt wurden. Diese Anlässe zeigen den zeitlichen und örtlichen Rahmen auf und nennen die Personen, die beteiligt waren, um die Koranverse besser verstehen zu können.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="At-Tabar%C4%AB" title="At-Tabarī">Abū Dschaʿfar Muhammad ibn Dscharīr at-Tabarī</a> (839–923) schreibt in seinem Korankommentar <i>Ǧāmiʿ al-bayān ʿan taʾwīl āy al-qurʾān</i>, dass sich die Exegeten bezüglich der Frage, wer mit dem Vers 5:51 gemeint sei und ob das in ihm formulierte Gebot alle Gläubigen treffe, uneinig seien. Insgesamt seien drei Meinungen von den muslimischen Exegeten überliefert:
</p>
<ul><li>Einige Exegeten waren der Auffassung, dass damit ʿUbāda ibn as-Sāmit von den <a href="Banu_Chazradsch" title="Banu Chazradsch">Chazradsch</a> und ʿAbdallāh ibn Ubaiy gemeint seien. Sie überlieferten, dass ʿUbāda sich vom Bündnis mit den Juden losgesagt und Gott und seinem <a href="Mohammed" title="Mohammed">Gesandten</a> zugewandt habe, ʿAbdallāh ibn Ubaiy dagegen an seinem Bündnis mit den Juden festgehalten habe, auch nachdem ihre Feindseligkeit gegenüber Gott und seinen Gesandten sichtbar geworden sei, da er sich vor Schicksalswendungen <i>(dawāʾir)</i> gefürchtet habe. Gott habe daraufhin verkündet, dass er einer von ihnen sei, wenn er sich ihnen zuwende und an seinem Bündnis mit ihnen festhalte. Nach diesen Überlieferungen ist der Vers nach der <a href="Schlacht_von_Badr" title="Schlacht von Badr">Schlacht von Badr</a> (624) offenbart worden.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Andere Überlieferungen besagen, dass der Vers von Muslimen handelt, die nach der <a href="Schlacht_von_Uhud" title="Schlacht von Uhud">Schlacht von Uhud</a> (625), die sie gegen die mekkanischen <a href="Polytheismus" title="Polytheismus">Polytheisten</a> verloren, Zuflucht bei den Juden oder Christen suchten und zu ihrer Religion konvertieren wollten. Hauptvertreter dieser Auffassung ist <a href="As-Sudd%C4%AB" title="As-Suddī">as-Suddī</a>, der berichtete, dass einige Muslime Angst vor einer Invasion der Ungläubigen hatten und sich deswegen den Juden und Christen anschließen wollten, was Gott ihnen daraufhin mit dem Vers verboten habe.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Eine dritte Meinung sieht eine Beziehung zu <a href="Ab%C5%AB_Lub%C4%81ba" title="Abū Lubāba">Abū Lubāba ibn ʿAbd al-Mundhīr</a>, der den <a href="Ban%C5%AB_Quraiza" title="Banū Quraiza">Banū Quraiza</a> nach der <a href="Grabenschlacht" title="Grabenschlacht">Grabenschlacht</a> von 627 und der Belagerung durch Mohammed bei Verhandlungen enthüllte, dass sie getötet würden, wenn sie sich ergäben.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<p>Nach <a href="At-Tabar%C4%AB" title="At-Tabarī">at-Tabarī</a> sind alle drei überlieferten Offenbarungsanlässe möglich. Er gibt aber zu bedenken, dass bei keiner dieser drei Aussagen die Berichterstattung einwandfrei ist. Seiner Meinung nach ist die Aussage allgemein gültig. Sicher sei, dass der Vers aufgrund eines Frevlers herabgesandt wurde, der sich aus Angst vor einer unglücklichen Schicksalswendung mit Juden oder Christen verbündet hat. Dieses Argument sieht er in dem nächsten Vers 52 bestätigt,<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wo es nach der Übersetzung nach <a href="Hartmut_Bobzin" title="Hartmut Bobzin">Bobzin</a> heißt:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Du siehst diejenigen, in deren Herzen eine Krankheit ist, zu ihnen rennen und sagen: ‚Wir fürchten, dass uns ein Missgeschick ereilt.‘ Doch vielleicht kommt Gott mit der Entscheidung oder einem Befehl von sich, dann werden sie bereuen, was sie in ihrem Inneren geheimgehalten hatten.“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Vormoderne_Auslegungen">Vormoderne Auslegungen</h2></div>
<p>Einige der vormodernen Korankommentatoren gingen bei ihrer Interpretation des Verses 5:51 davon aus, dass damit ein generelles Verbot eines freundschaftlichen Verhältnisses zu Juden oder Christen gemeint sei.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Folgenden werden die Auslegungen von <a href="At-Tabar%C4%AB" title="At-Tabarī">at-Tabarī</a> (gest. 923) und <a href="Fachr_ad-D%C4%ABn_ar-R%C4%81z%C4%AB" title="Fachr ad-Dīn ar-Rāzī">Fachr ad-Dīn ar-Rāzī</a> (gest. 1209) vorgestellt. At-Tabarī wird häufig als Anfangspunkt der Koranexegese betrachtet, da er auch die Arbeit seiner Vorgänger in seinem umfassenden Korankommentar <i>Ǧāmiʿ al-bayān ʿan taʾwīl āy al-qurʾān</i> aufzeichnete, ordnete und kritisch bewertete. Er kommentiert nicht nur den Korantext und stellt das Auslegungsproblem vor, sondern zählt auch häufig die Überlieferungen, die im Hinblick auf den genannten Koranvers erzählt werden, mit ihren Gewährsleuten auf. Auf seine Überlieferungen stützen sich noch heute viele Exegeten. At-Tabarī geht in seinem Kommentar Vers für Vers durch, zitiert zunächst den Korantext und stellt das Auslegungsproblem vor. Er geht dann auf lexikalische Deutungen ein, zählt häufig die Überlieferungen ihren Gewährsleuten auf und fasst abschließend seine eigenen Gedanken zu dem Vers zusammen.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Fachr ad-Dīn ar-Rāzī verfasste einen der umfangreichsten Korankommentare, der ‚Der große Kommentar‘ <i>(at-Tafsīr al-kabīr)</i> oder auch ‚Die Schlüssel des Geheimnisses‘ <i>(Mafātīḥ al-ġaib)</i> genannt wird.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_Auslegung_at-Tabarīs"><span id="Die_Auslegung_at-Tabar.C4.ABs"></span>Die Auslegung at-Tabarīs</h3></div>
<p>Die Aussage <i>baʿḍuhum auliyāʾu baʿḍin</i> (‚Sie sind untereinander Freunde/Vertraute‘) meint nach at-Tabarī, dass manche Juden und auch Christen miteinander Verbündete gegen die Muslime sind. Wenn ein muslimischer Gläubiger einen Verbündeten unter den Juden oder Christen hab, so sei er ein Verbündeter gegen seine eigne Religion. Deswegen habe Gott befohlen, dass die Gläubigen nur untereinander Verbündete sein sollten und gegenüber den Juden und Christen Gegner, wie auch sie Gegner der Muslime seien.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Mit der Aussage <i>wa-man yatawallahum minkum fa-innahū minhum</i> (‚Und wer von euch sie zu Vertrauten nimmt, der gehört fürwahr zu ihnen‘) meine Gott diejenigen, die den Christen und Juden folgen und ihnen beistehen gegen die Gläubigen. Dann sei er einer ihrer Religion und bekenne sich zu ihnen. Man könne sich nämlich nicht jemandem anschließen, ohne mit ihm, seiner Religionen und seinen Handlungen einverstanden zu sein. Wenn man dann mit ihm und seiner Religion einverstanden sei, übernehme auch sein Urteil und werde zum Feind dessen, was im Widerspruch dazu stehe, und empöre sich darüber.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> At-Tabarī sieht in der Aussage einen klaren Hinweis für die Richtigkeit seiner eigenen Lehrmeinung, der zufolge jeder, der eine Religion annimmt, so wie die Anhänger dieser Religion zu behandeln ist, ganz gleich, ob seine <a href="Konversion_(Religion)" title="Konversion (Religion)">Konversion</a> vor oder nach der Ankunft des Islams erfolgt ist, und umgekehrt für die Verkehrtheit der Lehrmeinung, der zufolge der Konvertit nur dann wie Juden und Christen behandelt werden soll, wenn er Israelit ist oder vor Herabsendung des Korans zu ihrer Religion konvertiert ist, während derjenige, der nach der Herabkunft des Korans zu ihrer Religion konvertiert ist und einer anderen Ethnie angehört, anders behandelt werden soll.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der letzte Teil <i>inna Llāha lā yahdī l-qauma ẓ-ẓālimīna</i> (‚Gott leitet das Volk der Frevler nicht recht‘) bedeutet nach at-Tabarī, dass Gott denjenigen, die ein Bündnis mit den Juden und Christen eingehen, keinen Erfolg gegen die Gläubigen verleihe, weil derjenige, der das tue, Krieg gegen Gott, seinen Gesandten und gegen die Gläubigen führe.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_Auslegung_Fachr_ad-Dīn_ar-Rāzīs"><span id="Die_Auslegung_Fachr_ad-D.C4.ABn_ar-R.C4.81z.C4.ABs"></span>Die Auslegung Fachr ad-Dīn ar-Rāzīs</h3></div>
<p><a href="Fachr_ad-D%C4%ABn_ar-R%C4%81z%C4%AB" title="Fachr ad-Dīn ar-Rāzī">Fachr ad-Dīn ar-Rāzī</a> führt bei seiner Auslegung des Verses ausschließlich den ersten Bericht zum Offenbarungsanlass an, demzufolge der Vers bezüglich des Verhaltens von ʿUbāda ibn as-Sāmit und ʿAbdallāh ibn Ubaiy herabgesandt wurde. Er schließt aus dem Vers, dass man bei den Juden und Christen nicht um Beistand bitten und ihnen keine Zuneigung zeigen dürfe.<sup id="cite_ref-Razi425_19-0" class="reference"><a href="#cite_note-Razi425-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Zu der Phrase <i>wa-man yatawallahum minkum fa-innahū minhum</i> zitiert er <a href="Ibn_%CA%BFAbb%C4%81s" class="mw-redirect" title="Ibn ʿAbbās">Ibn ʿAbbās</a> mit der Aussage, dass damit gemeint sei, dass die betreffende Person „wie sie“ (<i>miṯlahum</i>) sei. Es handele sich hier um eine grobe Ausdrucksweise (<i>taġlīẓ</i>) von Gott zur Betonung der Pflicht zur Abwendung vom religiösen Gegner (<i>al-muḫālif fī d-dīn</i>) ähnlich wie in Sure 2:249 „Und wer davon nicht kostet, gehört zu mir“.<sup id="cite_ref-Razi425_19-1" class="reference"><a href="#cite_note-Razi425-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Zu der Phrase <i>inna Llāha lā yahdī l-qauma ẓ-ẓālimīna</i> führt Fachr ad-Dīn ar-Rāzī einen Bericht an, wonach einst der Kalif <a href="%CA%BFUmar_ibn_al-Chatt%C4%81b" title="ʿUmar ibn al-Chattāb">ʿUmar ibn al-Chattāb</a> seinen <a href="Ab%C5%AB_M%C5%ABs%C4%81_al-Asch%CA%BFar%C4%AB" title="Abū Mūsā al-Aschʿarī">Abū Mūsā al-Aschʿarī</a> tadelnd auf diesen Vers hingewiesen haben soll, als jener ihm davon berichtete, dass er einen christlichen Schreiber in seinen Diensten habe. Als Abū Mūsā antwortete: „Er hat seine Religion, und ich seine Schreibtätigkeit“, habe ʿUmar gesagt: „Ich ehre sie nicht, nachdem Gott sie gedemütigt hat. Ich mache sie nicht stark, nachdem Gott sie erniedrigt hat. Ich hole sie nicht in meine Nähe, nachdem Gott sie von sich entfernt hat.“ ʿUmar soll Abū Mūsā dann aufgefordert haben, auf die Dienste des christlichen Schreibers zu verzichten.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Exegese ar-Rāzīs ist eigentlich eher an die Tradition des <i>tafsīr bi-r-raʾy</i> (‚meinungsbasierte Koranexegese‘) angelehnt, trotzdem bezieht er sich stark auf die Ausführungen Tabarīs. Der Islamwissenschaftler Hakan Çoruh sieht den Grund dieser traditionellen Herangehensweise des eigentlich rationalistischen Exegeten in der großen Anzahl der Berichte zu den Überlieferungsanlässen dieses Verses.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Moderne_Auslegungen">Moderne Auslegungen</h2></div>
<p>Am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten sich neue Methoden der <a href="Koranexegese" title="Koranexegese">Koranauslegung</a>.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Gegensatz zu den klassischen Interpretatoren, die zumeist über einen bestimmten Sachverhalt hinausgingen und generell eine engere Beziehung zu Juden und Christen untersagten, entwickelte sich in der <a href="Moderne" title="Moderne">Moderne</a> ein breites Spektrum neuer Deutungen. In dieser Zeit <a href="Antikolonialismus" title="Antikolonialismus">antikolonialen</a> Denkens wurde der <a href="%C4%80ya" title="Āya">Koranvers</a> häufig mit einem <a href="Kollaboration" title="Kollaboration">Kollaborationsverbot</a> mit den zumeist christlichen <a href="Kolonialismus" title="Kolonialismus">Kolonialherren</a> verstanden. Man sollte sie nicht zu Führern nehmen. <a href="Fundamentalismus" title="Fundamentalismus">Fundamentalistische</a> Stimmen nahmen diesen Vers hingegen als Anlass, sich von allen Nichtmuslimen abzugrenzen.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_Auslegung_von_Muhammad_Shafīʿ_Deobandī"><span id="Die_Auslegung_von_Muhammad_Shaf.C4.AB.CA.BF_Deoband.C4.AB"></span>Die Auslegung von Muhammad Shafīʿ Deobandī</h3></div>
<p>Der <a href="Hanafiten" title="Hanafiten">hanafitische</a> <a href="Mufti" title="Mufti">Mufti</a> Muhammad Shafīʿ ibn Muhammad Yāsīn Deobandī wurde 1897 in <a href="Deoband" title="Deoband">Deoband</a> in Nordindien geboren und wurde an der <a href="Dar_ul-Ulum_Deoband" title="Dar ul-Ulum Deoband">Dar ul-Ulum Deoband</a> ausgebildet, an der er später auch unterrichtete, bis er 1948 nach Pakistan auswanderte und dort die neue Lehrstätte Dar al-Ulum Karachi gründete. Sein größtes Werk ist der Korankommentar <i>Maʿārif al-Qurʾān</i>, den er in acht Bänden auf Urdu verfasste. In diesem Werk legt Deobandī Vers 5:51 im Verbund mit den sieben nachfolgenden Versen aus. Aus der Analyse der Verse 51–58 folgert er drei Hauptprinzipien für die Einheit der Muslime:<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ol><li>Zum einen können Muslime mit Nicht-Muslimen im Geiste der <a href="Toleranz" title="Toleranz">Toleranz</a> und Freundlichkeit verkehren. Sie sind sogar dazu angehalten, denn es ist ihnen beigebracht worden, mit Freundlichkeit und Wohlwollen auf andere zuzugehen. Nicht erlaubt sind jedoch eine schnelle Freundschaft und wahllose Intimitäten, die die Grundsätze des Islam in irgendeiner Form verletzten.</li>
<li>Das zweite Prinzip besagt, dass selbst wenn ein Muslim von dem ersten Prinzip abweicht und eine enge Beziehung zu einem Nicht-Muslim aufbaut, es dem Islam keinen Schaden zufügen kann. Gott wird immer dafür sorgen, dass der Islam geschützt ist. Sollte sich Personen vom Islam abkehren und sich einer anderen Gruppe anschließen, so wird Gott andere an ihre Stelle setzen, die die Gesetze und Prinzipien des Islam wahren.</li>
<li>Das dritte Prinzip besagt, dass es eine wahre Freundschaft eines Muslims nur zu Gott geben kann und zu denen, die an ihn glauben.</li></ol>
<p>Die englische Übersetzung des Korankommentars von Deobandī verwendet für den arabischen Begriff <i>walī</i> (Pl. <i>auliyāʾ</i>) ‚intimate friends‘ oder ‚deep friendship‘.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Tiefe Freundschaften seien demnach bei den Muslimen, sowie bei den Juden und Christen nur innerhalb ihrer Glaubensgemeinschaft möglich. Sollte ein Muslim sich trotzdem mit einem Christen oder einem Juden eng verbunden fühlen, so ist er nunmehr einer von ihnen und gehört nicht mehr zu den Muslimen. Auch Deobandī bezieht sich auf die erste <a href="Asb%C4%81b_an-nuz%C5%ABl" title="Asbāb an-nuzūl">Asbāb-an-nuzūl</a> von <a href="At-Tabar%C4%AB" title="At-Tabarī">at-Tabarī</a> und folgert aus ihr, dass dieses Verbot herabgesandt wurde, um Spione unter den Muslimen und opportunistische Freundschaften zu Juden und Christen zu verhindern.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_Auslegung_von_Muhammad_Husain_Tabātabā'ī"><span id="Die_Auslegung_von_Muhammad_Husain_Tab.C4.81tab.C4.81.27.C4.AB"></span>Die Auslegung von Muhammad Husain Tabātabā'ī</h3></div>
<p><a href="Allameh_Tabatabai" title="Allameh Tabatabai">Mohammad Husain Tabātabā'ī</a> (gest. 1981) war ein <a href="Schia" title="Schia">schiitischer</a> Kleriker und einer der einflussreichsten iranisch-islamischen Philosophen. Einige seiner Studenten spielten eine bedeutende Rolle bei der <a href="Islamische_Revolution" title="Islamische Revolution">Islamischen Revolution in Iran</a>. Eines seiner wichtigsten Werke ist sein ausführlicher <a href="Koranexegese" title="Koranexegese">Korankommentar</a> <i>Tafsīr al-Mīzān</i>.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Tabātabā'ī geht darin auf die <a href="Asb%C4%81b_an-nuz%C5%ABl" title="Asbāb an-nuzūl">Offenbarungsanlässe</a> ein, die <a href="At-Tabar%C4%AB" title="At-Tabarī">at-Tabarī</a> nennt. Jedoch meint er, dass diese Berichte zum Teil schwach sind und einige Widersprüche enthalten.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So handeln die ersten beiden Berichte nur von den Juden, nicht aber von den Christen.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Aus diesen Gründen weist Tabatabai die überlieferten Offenbarungsanlässe zurück. Er meint, dass es sich bei diesen Überlieferungen um die eigenen Gedanken der früheren Exegeten handle und sie nicht auf authentischem Wissen der historischen Situation beruhen.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Tabātabā'ī sieht nicht wie at-Tabarī und Fachr ad-Dīn ar-Rāzī den darauffolgenden Vers 5:52 als implizierten Offenbarungsanlass von Sure 5:51. Der Islamwissenschaftler Hakan Çoruh vermutet, dass Exegeten des 20. Jahrhunderts den Offenbarungsanlässen generell kritischer gegenüberstehen als Exegeten des 10. Jahrhunderts wie at-Tabarī.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Tabātabā'ī geht auf die Bedeutung von <i>walī</i> ein, was mit Freund, Helfer oder einer geliebten Person übersetzt werden könnte. Er sieht in dem Ausspruch ‚Wenn einer von euch sich ihnen anschließt, gehört er zu ihnen‘ eine Begründung dafür, dass das Verbot nicht einen losen Bund oder Pakt meint, sondern eine enge freundschaftliche Beziehung oder Liebe, denn nur dadurch werde man auch ein Teil einer Gruppe.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er schreibt, dass Gott, wenn er eine Beziehung mit den Christen und Juden gewollt hätte, explizit gefordert hätte, dass man keine Allianzen mit den Christen und den Juden eingehen sollte. Der Exeget stellt zudem die Juden und Christen auf eine Stufe mit <a href="Polytheismus" title="Polytheismus">Polytheisten</a>.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er vertritt die Meinung, dass dieser Vers allgemein gültig und seine Bedeutung nicht historisch oder auf einzelne Gruppen einzuschränken ist, da der Vers auch ohne den Offenbarungsanlass deutlich sei.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Ungläubigen würden sich verbünden, um eine Gegenmacht zu den Muslimen darzustellen, sodass sie generell gemieden werden müssten.<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gemeinsamkeiten_und_Unterschiede">Gemeinsamkeiten und Unterschiede</h3></div>
<p>Die Interpretationen zu dem Koranvers hängen unter anderem davon ab, welche Verse mit einbezogen werden. Tabātabā'ī bezieht sich auf den 51. und die drei nachfolgenden Verse. Er betont, dass diese unabhängig zu den vorherigen und folgenden Versen betrachtet werden müssen. Deobandī setzt den Vers hingegen in den Kontext mit den folgenden sieben Versen. Er gibt zu bedenken, dass Muslime dazu aufgerufen sind, freundliche und tolerante Positionen zu Juden und Christen einzunehmen, vor schnellen und wahllosen Freundschaften jedoch abzusehen. Auch tiefe Freundschaften könne es nur innerhalb der Glaubensgemeinschaften geben. Genau wie Tabātabā'ī meint er, dass ein Muslim bei zu engen Beziehungen zu Christen und Juden zu ihnen gehöre und nicht mehr zu den Muslimen. Im Gegensatz zu Tabātabā'ī jedoch erkennt er die Berichte zu den Offenbarungsanlässen von at-Tabarī an und folgert daraus, dass bei zu engen Beziehungen sensible Informationen der Muslime an die anderen Glaubensgemeinschaften weitergegeben werden könnten und dies verhindert werden müsse. Tabātabā'ī vertritt eine strengere Auslegung und hält die Offenbarungsanlässe für unmaßgeblich. Seiner Ansicht nach ist der Vers zeitlos, allgemein gültig und nicht einzuschränken durch den historischen Kontext, denn alle Nicht-Muslime verbündeten sich miteinander, um ein Gegengewicht zu den Muslimen darzustellen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Beobachtungen_Johanna_Pinks">Beobachtungen Johanna Pinks</h3></div>
<p><a href="Johanna_Pink" title="Johanna Pink">Johanna Pink</a>, die die verschiedenen Richtungen der zeitgenössischen Interpretation von Sure 5:51 untersucht hat, stellt fest, dass sie bei arabischen Exegeten häufig strenger ist als bei pakistanischen, türkischen oder indonesischen Gelehrten.<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Insgesamt identifiziert sie bei den zeitgenössischen Auslegungen fünf mögliche Interpretationsstränge für diesen Vers:<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>Exegeten, die sich selbst als <a href="%CA%BFUlam%C4%81'" title="ʿUlamā'">ʿUlamā'</a> bezeichnen und durch ihre Ausbildungen eine Vielzahl an möglichen Interpretationen dieses Verses aufzeigen. Hier gibt es philologische Analysen, die vor jeglichen Beziehungen zu Nicht-Muslimen warnen. Andere Analysen setzen den Vers in einen politischen Kontext und schränken die Bedeutung ein.</li>
<li>Die <a href="Salafismus" title="Salafismus">salafistische</a> Sichtweise nimmt den Vers wörtlich und zeitlos hin. Den Begriff <i>ʾauliyāʾ</i> schließt hier jegliche Beziehungen zu Ungläubigen ein. Sie verbinden diesen Vers mit dem salafistisch-<a href="Wahhabiten" title="Wahhabiten">wahhabitischen</a> Konzept <a href="Al-Wal%C4%81'_wa-l-bar%C4%81'" title="Al-Walā' wa-l-barā'">al-Walā' wa-l-barā'</a>: ‚Der unerschütterlichen Treue zur Gemeinschaft der Gläubigen und dem Abbruch aller Beziehungen zu Personen außerhalb der Gemeinschaft‘ – was auch nicht-salafistische Muslime miteinschließen kann.<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><a href="Islamismus" title="Islamismus">Islamisten</a> interpretieren diesen Vers abhängig von ihrer Vision einer islamischen Gesellschaft und eines <a href="Islamischer_Staat_(Theorie)" title="Islamischer Staat (Theorie)">islamischen Staates</a>. Sie stellen die sozio-politische, kollektive Organisation in den Vordergrund und nicht individuelle Beziehungen. So wird der Vers vor allem in Hinblick auf einen nicht-muslimischen politischen Führer diskutiert.<sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Modernisten tendieren zu <a href="Interreligi%C3%B6ser_Dialog" title="Interreligiöser Dialog">interreligiöser</a> Toleranz und <a href="Religionstheologischer_Pluralismus" title="Religionstheologischer Pluralismus">Pluralismus</a>, weswegen die Bedeutung des Verses 5:51 häufig eingeschränkt wird. Sie diskutieren die Bedeutung des Wortes <i>ʾauliyāʾ</i> zur Zeit der Herabsendung des Verses und die Möglichkeit, dass dieser Begriff eine Art von Beziehungs bezeichnet, welches heute nicht mehr existiert. Der Vers müsse historisch verstanden werden und meine nur bestimmte Gruppen von Juden und Christen in Kriegszeiten. Modernisten setzen den Vers häufig auf zu anderen Koranversen in Beziehung. Wenn muslimische Männer jüdische und christliche Frauen ehelichen dürfen, so argumentieren sie, widerspreche dies einem generellen Verbot von intimen Beziehungen.</li>
<li>Die <a href="Postmoderne" title="Postmoderne">postmoderne</a> Strömung ist vorsichtiger, wenn es um die wahre Bedeutung des Korans geht. Sie sieht den Einfluss der sozialen Umwelt und persönliche Erfahrungen der Exegeten ausschlaggebend für ihre Interpretationen. Aufgrund dessen könne der Vers von jedem anders verstanden werden.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Politisierung_von_Sure_5:51_–_Der_Ahok-Fall"><span id="Politisierung_von_Sure_5:51_.E2.80.93_Der_Ahok-Fall"></span>Politisierung von Sure 5:51 – Der Ahok-Fall</h2></div>

<p>Welche Bedeutung der Vers 5:51 für die heutige Politik haben kann, zeigt sich am Beispiel der Gouverneurswahlen in Jakarta im Frühjahr 2017. Im Wahlkampf wurde Religiosität instrumentalisiert und auf einer Welle von islamistischer <a href="Propaganda" title="Propaganda">Propaganda</a> dazu genutzt, den christlichen und chinesisch-Stämmigen <a href="Basuki_Tjahaja_Purnama" title="Basuki Tjahaja Purnama">Basuki Tjahaja Purnama</a> (genannt Ahok) daran zu hindern wiedergewählt zu werden. Der amtierende und populäre Gouverneur Ahok stand einem Bündnis aus konservativen muslimischen Hardlinern und etablierten Eliten gegenüber. Im Zuge des Wahlkampfes tauchte im Oktober 2016 ein manipuliertes Video im Internet auf, das Ahok zeigt, wie er den Islam beleidigen soll. Darin ermahnt er vermeintlich muslimische Zuhörer, nicht auf Sure 5:51 zu hören, die Muslimen verbietet, nicht-muslimische Führer zu wählen. Tatsächlich warnte Ahok jedoch davor, dass seine politischen Gegner diesen Vers instrumentalisieren könnten. Das bearbeitete Video erlangte hohe Popularität und erweckte heftige Kritik in der Bevölkerung, sodass der Rat der Islamgelehrten Indonesiens (<i>Majelis Ulama Indonesia</i> – MUI) eine <a href="Fatwa" title="Fatwa">Fatwa</a> aussprach, die Ahoks Rede als <a href="Blasphemie" title="Blasphemie">blasphemisch</a> deklarierte und es im November und Dezember 2016 zu den größten Massenprotesten in der Geschichte Indonesiens kam.<sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Selbst der Präsident <a href="Joko_Widodo" title="Joko Widodo">Joko Widodo</a> (genannt Jokowi), dessen Schützling Ahok war, musste sich hinter die Anti-Ahok Bewegung stellen.<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Trotz des Verbots der politischen <a href="Agitation" title="Agitation">Agitation</a> in Moscheen verweigerten manche <a href="Imam" title="Imam">Imame</a> Ahok-Wählern die Teilnahme an Ritualen in der Moschee. Selbst die Justiz stellte sich auf Seiten der Protestierenden, und so wurde Ahok am 9. Mai 2017 von fünf Richtern (vier Muslime und ein Hindu) aufgrund von Blasphemie überraschend zu zwei Jahren Haft verurteilt.<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit diesen Protesten konnte Ahoks Herausforderer <a href="Anies_Baswedan" title="Anies Baswedan">Anies Baswedan</a> mit 58&nbsp;% der Stimmen die Wahl gewinnen unter dessen Regierung konservative islamische Gruppen verstärkt aufleben konnten.<sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Johanna Pink geht davon aus, dass diese Bewegung das Ergebnis der Gouverneurswahlen 2017 in Jakarta determinierte. Hier wurde der Vers so verstanden, dass man als Muslim Nicht-Muslime nicht zu politischen Führern wählen dürfe.<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Vor allem Social Media haben die Verbindung von koranischen Versen mit dem Alltagsleben der Muslime verbunden und so auch diesen Konflikt verschärft.<sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Volkswirt und Sinologe Sergio Grassi und der Asienwissenschaftler Nurman Nowak gehen in ihrem Bericht über den Ahok-Fall der <a href="Friedrich-Ebert-Stiftung" title="Friedrich-Ebert-Stiftung">Friedrich-Ebert-Stiftung</a> davon aus, dass die Politisierung von Religion nicht auf die Religion an sich zurückzuführen ist, sondern auf die Zusammensetzung der politischen Arena in Indonesien. So stehen nicht primär die Interessen von gesellschaftlichen Gruppen im Vordergrund, sondern die der etablierten Eliten, deren Akteure in <a href="Klientelpolitik" title="Klientelpolitik">Patron-Klient-Netzwerken</a> organisiert sind und eine kulturelle <a href="Hegemonie" title="Hegemonie">Hegemonie</a> für sich beanspruchen möchten, die in diesem Fall durch eine konservative Auslegung des Islam ermöglicht werden konnte.<sup id="cite_ref-46" class="reference"><a href="#cite_note-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Interreligi%C3%B6se_Ehe" title="Interreligiöse Ehe">Interreligiöse Ehe</a></li>
<li><a href="Christlich-islamischer_Dialog" title="Christlich-islamischer Dialog">Christlich-islamischer Dialog</a></li>
<li><a href="N%C3%A4chstenliebe" title="Nächstenliebe">Nächstenliebe</a> und <a href="Feindesliebe" title="Feindesliebe">Feindesliebe</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<dl><dt>Korankommentare</dt></dl>
<ul><li><a href="At-Tabar%C4%AB" title="At-Tabarī">Abū Ǧaʿfar Muḥammad b. Ǧarīr aṭ-Ṭabarī</a>: <i>Tafsīr aṭ-Ṭabarī: Ǧāmiʿ al-bayān ʿan taʾwīl āy al-Qurʾān.</i> Kairo: Markaz al-Buḥūṯ wa-d-Dirāsāt al-ʿArabiyya wa-l-Islāmiyya, 2001. Bd. 8, S. 504–510. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/TafssirAlQuranDeCheikhAlImamAbuJafarMuhammadIbnJarirAlTabariJuz08/page/n503/mode/2up">Digitalisat</a></li>
<li><a href="Fachr_ad-D%C4%ABn_ar-R%C4%81z%C4%AB" title="Fachr ad-Dīn ar-Rāzī">Faḫr ad-Dīn ar-Rāzī</a>: <i>Mafātīḥ al-ġaib al-muštahir bi-t-Tafsīr al-kabīr</i>. al-Maṭbaʿa al-ʿĀmira aš-Šarafīya, Kairo, 1890. Bd. III, S. 425–426. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/ssg/content/pageview/1456005">Digitalisat</a></li>
<li>Muḥammad Shafīʿ ibn Muḥammad Yāsīn ʿUs̱mānī Deobandī: <i>Maʿarif al-Qurʾān.</i> Englische Übersetzung aus dem <a href="Urdu" title="Urdu">Urdu</a> von Muhammad Shamim. Maktaba-e Darul 'Uloom, Karachi, 1995. Bd. 3, S. 185–201. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/MaarifulQuranEng/Maariful%20Quran-3-Eng.p678/page/n179/mode/2up">Digitalisat</a></li>
<li><a href="Tabatabai" class="mw-disambig" title="Tabatabai">Muḥammad Ḥusain Ṭabāṭabāʾī</a>: <i>Tafsīr al-Mīzān</i>, englische Übersetzung von Sayyid Saʿeed Akhtar Rizvi. World Organization for Islamic Services, Teheran, 2001. Bd. X, S. 216–264 <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/al-mizan-tabatabai-vols1-13/Vol%2010%2C%20Al-Mizan/page/216/mode/2up">Digitalisat</a></li></ul>
<dl><dt>Sekundärliteratur</dt></dl>
<ul><li><a href="Hartmut_Bobzin" title="Hartmut Bobzin">Hartmut Bobzin</a>: <i>Der Koran: Eine Einführung.</i> 9. Auflage. C.H. Beck, München, 2015.</li>
<li>Hakan Çoruh: <i>Friendship between Muslims and the People of the Book in the Qur'an with special reference to Q 5.51</i> In: <i>Islam and Christian–Muslim Relations</i> 23/4. (2012), S. 505–513.</li>
<li>Sergio Grassi und Nurman Nowak: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://library.fes.de/pdf-files/iez/13531.pdf"><i>Der Ahok-Fall. Unheilvolle Allianzen als Weckruf für Indonesiens Demokratie.</i></a> Internationale Politikanalyse der Friedrich-Ebert-Stiftung, Juli 2017.</li>
<li>Johanna Pink: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.oasiscenter.eu/application/files/6215/6778/4816/PDF_Interpreting_the_Quran_Today_Between_Tradition_and_New_Media.pdf"><i>Interpreting the Qur’an Today: Between Tradition and New Media</i></a>. Fondazione OASIS 2019.</li>
<li>Johanna Pink: <i>Tradition and Ideology in Contemporary Sunnite Qurʾānic Exegesis: Qurʾānic Commentaries from the Arab World, Turkey and Indonesia and their Interpretation of Q 5:51.</i> In: <i>Die Welt des Islams</i> 50/1 (2010), S. 3–59.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblink">Weblink</h2></div>
<ul><li>Pink, Johanna: <i>Sure 5 Vers 51. Über die Freundschaft zwischen Muslimen, Juden und Christen.</i> (2015). <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.deutschlandfunk.de/sure-5-vers-51-ueber-die-freundschaft-zwischen-muslimen.2395.de.html?dram:article_id=320494">Deutschlandfunk</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Belege">Belege</h2></div>
<div class="mw-references-wrap mw-references-columns"><ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Çoruh: <i>Friendship between Muslims and the People of the Book in the Qur'an with special reference to Q 5.51.</i> 2012, S. 505.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Çoruh: <i>Friendship between Muslims and the People of the Book in the Qur'an with special reference to Q 5.51.</i> 2012, S. 505.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Abualwafa Mohammed: <i>Der Koran und seine Bedeutungsebenen für das Hier und Jetzt. Zeitgemäße theologisch-didaktische Annäherungen am Beispiel des Begriffs Dschihad.</i> Springer VS, Wiesbaden, 2020. S. 202.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Mehdi_Bazargan" title="Mehdi Bazargan">Mehdi Bazargan</a>: <i>Und Jesus ist sein Prophet: Der Koran und die Christen.</i> 2. Aufl. C.H. Beck, München, 2017. S. 72ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Bobzin: <i>Der Koran.</i> 2015, S. 28, 57.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Ranja Ebrahim: <i>Im Diskurs mit dem Qurʼān: Ein Handlungskonzept zum themenzentrierten Arbeiten anhand der Offenbarungsanlässe</i> Springer VS, Wiesbaden, 2020. S. 132.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">aṭ-Ṭabarī: <i>Ǧāmiʿ al-bayān.</i> 2001, Bd. VIII, S. 504.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">aṭ-Ṭabarī: <i>Ǧāmiʿ al-bayān.</i> 2001, S. 506.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">aṭ-Ṭabarī: <i>Ǧāmiʿ al-bayān.</i> 2001, S. 506f.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">aṭ-Ṭabarī: <i>Ǧāmiʿ al-bayān.</i> 2001, S. 507.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Pink: <i>Sure 5 Vers 51.</i> 2015.</span>
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<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Bobzin: <i>Der Koran.</i> 2015, S. 122.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Johanna Pink: <i>Sunnitischer Tafsīr in der modernen islamischen Welt. Akademische Traditionen, Popularisierung und nationalstaatliche Interessen.</i> Brill, Leiden, 2010. S. 36f.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Bobzin: <i>Der Koran.</i> 2015, S. 124.</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">aṭ-Ṭabarī: <i>Ǧāmiʿ al-bayān.</i> 2001, S. 507f.</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">aṭ-Ṭabarī: <i>Ǧāmiʿ al-bayān.</i> 2001, S. 508.</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">aṭ-Ṭabarī: <i>Ǧāmiʿ al-bayān.</i> 2001, S. 508f.</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">aṭ-Ṭabarī: <i>Ǧāmiʿ al-bayān.</i> 2001, S. 510.</span>
</li>
<li id="cite_note-Razi425-19"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Razi425_19-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Razi425_19-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">ar-Rāzī: <i>at-Tafsīr al-kabīr.</i> 1890, S. 425.</span>
</li>
<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text">ar-Rāzī: <i>at-Tafsīr al-kabīr.</i> 1890, S. 425f.</span>
</li>
<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text">Çoruh: <i>Friendship between Muslims and the People of the Book in the Qur'an with special reference to Q 5.51.</i> 2012, S. 508.</span>
</li>
<li id="cite_note-22"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-22">↑</a></span> <span class="reference-text">Bobzin: <i>Der Koran.</i> 2015, S. 124.</span>
</li>
<li id="cite_note-23"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-23">↑</a></span> <span class="reference-text">Pink: <i>Sure 5 Vers 51.</i> 2015.</span>
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<li id="cite_note-24"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-24">↑</a></span> <span class="reference-text">Deobandi: <i>Ma'ariful Qur'an.</i> 2010, S. 187f.</span>
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<li id="cite_note-25"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-25">↑</a></span> <span class="reference-text">Deobandi: <i>Ma'ariful Qur'an.</i> 2010, S. 186, 188.</span>
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<li id="cite_note-26"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-26">↑</a></span> <span class="reference-text">Deobandi: <i>Ma'ariful Qur'an.</i> 2010, S. 188f.</span>
</li>
<li id="cite_note-27"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-27">↑</a></span> <span class="reference-text">S. Z. H. Zaidi: <i>Social Ontology of Allamah Tabataba’i’</i>. In: <i>Technium Social Sciences Journal</i> 20 (2021), S. 856–866. Hier S. 856f.</span>
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<li id="cite_note-28"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-28">↑</a></span> <span class="reference-text">Tabatabai: <i>Tafsir al-Mizan.</i> 2001, S. 220f.</span>
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